Nicht ausschließlich aber auch sind Japanische Messer bekannt für ihre exzellente Verarbeitung, sehr gutem Stahl und damit auch für ihre Schärfe und Präzision. Das Schärfen auf (japanischen) Wassersteinen erfordert etwas Übung, aber es lohnt sich, um teure Klingen in Topform zu halten.

1. Wahl des richtigen Schleifsteins
- Gröbere Steine (Körnungen zwischen 100 und 200) zum Planschliff.
- Empfohlene Körnungen: von 400 bis 3000 für optimale Gebrauchsschärfe (Vor- Haupt & Feinschliff).
- Feinste Steine (ab 4000 bis 8000) dienen dem Polieren und Perfektionieren des Schliffs.
Angaben in JIS (Japanese Industrial Standards) – diese Norm ist eine in Japan gebräuchliche Methode zur Bestimmung der Körnung von Schleifsteinen. Im Vergleich dazu sind die FEPA-Normen (europäische Standardgrößen für Schleifkörnungen. Hier ist eine kleine Übersicht zur Vergleichbarkeit:
- FEPA 180 entsprechen JIS 280
- FEPA 220 entsprechen JIS 320
- FEPA 320 entsprechen JIS 600
- FEPA 600 entsprechen JIS 1500
- FEPA 1000 entsprechen JIS 3000
- FEPA 1500 entsprechen JIS 6000
- FEPA 2000 entsprechen JIS 8000
Ich arbeite gerne mit folgenden Körnungen (JIS-Norm):
- Für einen Planschliff (also bei Ausbrüchen in der Schneide oder bei etwaiger Veränderung des Schleifwinkels): 100 bis 200
- Für den Vorschliff: 400 - 800
- Für den Hauptschliff: 1000 - 2200
- Für den Feinschliff: 3000 - 4000
- Für den Feinstschliff / Polieren: 4000 - 8000
2. Vorbereitung der Wassersteine
- Steine ca. 10-15 Minuten wässern (solange bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen).
- Der nasse Stein wirkt als Schmiermittel während des Schleifens und sorgt für den Abrieb an der Schneide.
3. Schleifwinkel
- Das Messer wird in einem Winkel in der Regel +- 15 Grad mit der Klinge über den Stein geführt.
4. Schleifvorgang
- Die gesamte Fläche der Schneide wird in einer Art "Scheibenwischer"-Bewegung über den Stein gezogen, bei der die Schneide in einer Zug- und Schub Bewegung gleichmäßig über den Stein vor- und zurück bewegt wird. Wenn auf der gegenüberliegende Klingenseite ein Grat entsteht ist dies ein Zeichen für den gewollten Abrieb.
- Das Gleiche gilt es nun auch mit der anderen Klingenseite durch einen einfachen Handwechsel zu tun.
- Es entsteht ein Film / Schleifschlamm durch den Abrieb auf dem Stein; diesen spüle ich ab und zu ab.
- Diesen Schleifvorgang wiederhole ich nun mit allen Wassersteinen und den immer feiner werden Körnungen.
- Der gesamte Prozess nimmt bei der gebotenen Präzision in etwa 2 Stunden in Anspruch. Je nach Zustand der Klinge (z.B. bei groben Ausbrüchen in der Klinge und damit kompletter Neuaufbau der Schneide), durchaus auch mal länger. Ich persönlich nehme dies als Entspannung an und freue mich auch heute noch immer wieder über ein exzellentes Ergebnis!